26. Sextett (2014): Satt…

…und zufrieden dürften alle 486 TeilnehmerInnen geworden sein. Jedenfalls, was das leibliche Wohl angeht. Der BC Köln war auf alle Eventualitäten eingerichtet und konnte am Ende sogar noch 40 Steaks an Giorgios Dimitriadis verkaufen, der jetzt für das Turnier in Kettwig nächstes Wochende schon mal einen nahrhaften Grundstock erworben hat.

Die sechs Schweizer, die sich an der Einschreibung noch schnell von „Hawaii-Grufties“ in „PC Way Waikkiki“ umbenannt hatten, machten sechs Runden lang einen sehr fröhlichen Eindruck. Obwohl sie ihrem spielerisch starken Eindruck vom Vorabend nicht mehr so ganz gerecht werden konnten. Der BC bedankt sich für das mitgebrachte Gastgeschenk: eine signierte Boule cloutée, das ist eine mit feinen Nägeln zur Eisenkugel veredelte Holzkugel. Eine Reminiszenz an die Zeiten, als selbst die ältesten Teilnehmer noch mit Murmeln spielten. Dieser freundliche Herr zum Beispiel, der heutzutage  die dicksten Kugeln weit und breit einsetzt. Das Bild löst auch das Rätsel um die vielen verschwundenen Kölschgläser. Wahrscheinlich will der Rathenauplatz demnächst wieder ins Turniergeschehen eingreifen.

Apropos breit: Das Team um den Olliminator ist selbst im dichtesten Gewühl nicht zu übersehen. Und zu überhören.

Nur mit Teams aus Köln und dem Umland kämen wir nie auf ein 81er Feld. Allein sieben Equipes lotste André Vanesse, früher Chef des belgischen Vereins „Les Arsouilles“ in Köln, aus Vielsam nahe dem belgischen Malmedy in die Kölner Südstadt. Sein damaliger Clubkollege Christian Carlot war wie immer mit den „Petits Belges“ aus Charleroi angereist. Platz 8 für dieses wackere Team, „Vielsam 6“ verpasste auf dem 5. Platz nur ganz knapp den Einzug ins Halbfinale. Preisgeld gab es aber für beide. Bacharach/Rockenhausen brachten dieses Jahr nur 35 Teilnehmer an den Start.

Überhaupt nicht mitspielen durften diesen beiden BC-Mitglieder. Olivier Marceau muss wie alle anderen BCler heute schuften. Tochter Alice hätte eventuell von einer Ausnahme-Regel profitiert, zog sich aber altersweise auf eine Beobachterposition zurück.

Thomas Bertz ist ein ganz frühes BC-Mitglied, das heute für Neunkirchen spielt. Ziemlich schlau, denn so kann er Sextett spielen, was den BC-Mitgliedern ja verwehrt ist. Es sei denn, sie helfen bei einem unvollständig gewordenen Team aus.

Jetzt aber, Bettina! Die dritte Runde ist schon ausgelost.

Hier haben wir Sjaak und Geert auf dem langen Weg zum Sieg.

Einen großen Tag hatten auch die Wipperfürther um die Kara-Family. Als „Kugelblitze“, was sich vermutlich auf Fidai bezieht, brachten sie es bis ins Halbfinale. Dort war dann Schluss, aber nur, weil der jüngste Kara endlich ins Bett musste. Tatsächlich konnten wir Thomas Lewtschanyn, Denis Grunenberger, Uwe Schröder, Axel Saeger sowie Emine und Fidai Kara noch am Rande des Finales beobachten.

Und so erging es auch „Pitbull“ – Kai Wieling, Francesco Minervino, Marco Lonken, Linus Schilling, David Dörr und Patou.

Die Titelverteidiger hießen dieses Jahr „Pepe“ wie der beinharte Verteidiger. Und so erging es ihnen dann auch wie Portugal. Weit gekommen, aber dann doch besiegt. Auf diesem Foto wussten Kim, Kamel, Wolle, Dennis, Philipp und Benni noch nicht, dass sie 2014 zweiter Sieger werden würden. Wolle: „Dieses Jahr waren die Vorrunden viel schwerer als sonst. Mindestens dreimal war ich bei einem 13:12 dabei“. Dieses Ergebnis gab es im Verlaufe des Tages 56 mal. Aber auch 42 Fannies. „Pepe“ hatte zuvor ALLE 18 Spiele der sechs Runden gewonnen.

Diese sechs kräftigen Kerle aus den Niederlanden und Belgien haben das 26. Kölner Sextett gewonnen. Kees Koogje entscheidet das Tête (gegen Dennis)  für sich. Sjaak und Richard müssen sich 1:13 Kamel und Philipp beugen. Geert Peers, Wiel Gerrist und Richard Zuitland trumpfen im entscheidenden Triplette gegen Wolle, Kim und Benni Lehmann mit einem 13:3 auf. Parallelen zur Fußball-WM wären aber abseitig: Keiner ist auch nur annähernd so schlank und schnell wie Arjen Robben.

Es gibt übrigens beim Sextett nicht nur Preisgeld und T-Shirts, sondern auch einen Wanderpokal. Der aber ist so hässlich, dass ihn bislang keiner mitnehmen wollte. So wird er jedes Jahr entstaubt, irgendwo unauffällig hingestellt – und später wieder verpackt. Es wird allerhöchste Zeit, dass ihn irgendein Sieger mal mitnimmt und dann vergisst. Zur Not das Team mit der roten Laterne. Auf Wiedersehen also beim 27. Sextett, am 4. Juni 2015.

Gerne aber auch schon mal vorher.

 

(os)